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Weisheitssprüche von Scheichks


Sprüche zum Nachdenken

Von allem, was du besitzt, musst du dich , ob du willst oder nicht am ende trennen. Hast du auch ein Königreich, so weit dein Auge nicht erblicken kann, du musst den Weg des Todes gehen. Wie kann ein Wassertropfen gegen das Meer kämpfen? Es ist zwecklos Maßnahmen gegen das Todesgeschick zu ergreifen. Das Dasein hier ist endloses geborenwerden und sterben. Das zu verstehen geht über unser Fassungsvermögen hinaus. Man muss es aufgeben, darüber nachzudenken. Das bemühen unseres Leben ist mit dem eines Spinnennetzes zu verglichen. Die Spinne baut das Netz um Fliegen darin zu fangen. Doch dann kommt der Hausheer mit dem Besen und fegt alles hinweg.

Um zu sterben wirst du geboren und erzogen. Um ins Jenseits zu gelangen, musst du leben und den Tod kosten. Um ins Paradies zu gelangen, musst du gottgefällige Taten vollbringen. Um ins Höllenfeuer geworfen zu werden, musst du teuflische Taten vollbringen. 

Ein Mann sieht einen im Garten aufgestellten toten Eselskopf und fragt dem Gartenbesitzer, was das zu bedeuten habe. Dieser sagte, das dient gegen den bösen Blick. Darauf sagte der Mann: Wenn das der Esel hörte, würde er lachen. Er war bei Lebzeiten nicht imstande, sich vor dem Tode zu schützen, wie wollte er nach dem Tod andere vor dem bösen Blick schützen können.

Ein Mann fällt einen grünen Baum. Ein nachdenkender Mann kommt vorbei, sieht den gefällten Baum und sagt: Dieser Baum ist noch grün und frisch, weil er noch nicht weiß, dass er abgehauen ist. In einer Woche aber wird er es gemerkt haben.

Der Todesengel Azrail trifft bei Suleyman einen Jüngling und sieht ihn mit scharfen Blicken, verwundert an. Den Jüngling packt die Angst, und er bittet den Propheten Suleyman, ihn nach einem fernen Lande bringen zu lassen. Suleyman lässt ihn von einer Wolke/Wind nach Indien bringen. Als nach einpaar Tagen der Todesengel wieder bei Suleyman erscheint, fragt ihn der Prophet, warum er jenen Jüngling so scharf angeblickt habe. Der Engel antwortete: ich wunderte mich, ihn hier anzutreffen, da ich doch befehl hatte, seine Seele innerhalb drei Tagen in Indien zu holen.

Ein König hat in den Sternen gelesen, dass ihn an einem bestimmten Tage, zu einer bestimmten Stunde, ein großes Unglück treffen werde. Er lässt sich eine Festung bauen und streng bewachen. Zu seinem Unglück schließt er aber ausversehen die letzte Öffnung, so dass er jämmerlich umkommt.

Ein Mann sagte zu einem Bettler, als dieser sich zur Reise fertig machte. Ich habe ein schönes großes Haus, an dem mein Herz hängt. Wie könnte ich das alles aufgeben, um eine lange und gefährliche reise zu unternehmen? Da sagte der Bettler: Du hättest recht, wenn der Tod nicht wäre. Aber da der Tod auch auf dich wartet, ist dein schönes großes Haus nichts weiter als ein schönes großes Gefängnis.

Einst ließ ein Prinz ein Schloss bauen und zeigte es der ganzen Stadt. Alle Leute waren beeindruckt, nur ein kleiner Junge sagte: Dein Schloss wäre dem Cennet gleich, wenn es nicht einen verborgenen Riss hätte, durch den der Todesengel hereinkommen wird und dich mitnimmt ohne dein Schloss.

Ein Kaufmann, der sein Ende nahe fühlt, lässt eine menge Leute kommen, um durch sie noch hundert Dinge erledigen zu lassen. Als seine Sterbestunde näher rückt, ruft er ihnen zu: Schnell, schnell! Einer der an seinem Bette steht, sagt: Ein ganzes Leben lang hast du nur gerechnet und gezählt, so lasse wenigsten in der Todesstunde die Geschäfte ruhen.

Ein Jugendlicher liegt auf einen Grabe und geht nicht fort. Ein älterer Herr kommt vorbei und sagt zu ihm: Willst du denn dein ganzes Leben hier verbringen? Gehe doch in die Stadt und genieße deine Jugend. Der Jüngling antwortete: Der Tote lässt mich nicht. Er sagt zu mir: Der Weg in die Stadt ist ein grosser Umweg. Was willst du zu den schlechten Leuten gehen, wenn sie doch alle hierherkommen!

Ein siegesreicher Ringer findet in seinem Schopf (Haar) ein weißes Haar. Darauf fängt er das weinen an und spricht: So viele Männer habe ich niedergerungen, aber dieses weißes Haar zwingt mich nieder. Mit allen Männern nahm ich es auf, aber vor diesem Haar bin ich Machtlos.

Ein Greiser hört bei einen Trauerzug einen Vater klagend weinen, dem sein Baby gestorben war: Auch, dass du gestorben bist ohne die Welt gesehen zu haben! Da meint der Greise: Er hat doch die Welt hundert mal gesehen! Und wenn du die Welt doch mit in den Tod nehmen würdest, du wirst doch sterben ohne die Welt gesehen zu haben.

Als der Prophet Ibrahim sterben sollte, fragte ihn ein Engel, was ihm von allen Dingen am schwersten zu ertragen gewesen sei. Er antwortete: Dass ich mein Kind opfern sollte, dass ich mein Vater im Höllenfeuer sah, dass ich ins Feuer geschleudert wurde, alles das ist nichts gegen das sterben. Darauf antwortete der Engel: Das, was nach dem Tode kommt, ist so schwer, dass das Sterben daneben eine Erholung ist.

Ein Sohn begleitet den Leichenzug seines Vater zum Grabe und sagte zu sich: einen so schmerzvollen Tag habe ich noch nie erlebt! Ein kleines Mädchen, das ihn hörte sagte: Dein Vater auch nicht! Für den Vater ist der Tag weit schlimmer als für den Sohn.

Ein Scheich betrachtete eines Abends den Himmel und sagte: O Allah, wenn schon das Dach der Erde so schön ist, wie schön muss dann erst das Dach DEINES Garten schön sein.

Ein Junge, der sich das Treiben der Leute anschaut sagt: Meine Seele hat niemals jemanden beneidet; denn jeder ist entweder fürs Paradies oder für die Hölle bestimmt. Ist er fürs Paradies bestimmt, so wird er dort alles bekommen. Was soll ich ihn also beneiden um das wenige, was er hier auf Erden besitzt. Ist er aber für die Hölle bestimmt, so ist erst recht kein Grund ihm um das zu beneiden, was er besitzt, ehe sein schlimmes Ende über ihn kommt.

Ein Mann fragt einen Lehrer: Was ist das, was es am meisten in der Welt gibt? Er antwortete: Gehorsam gibt es am meisten im Himmel, weil dort die Engel wohnen. Auf der Erde gibt es am meisten Gleichgültigkeit. Und unter der Erde gibt es am meisten vergebliche Sehnsucht nach der Rückkehr zur Welt.

Ein Mann hatte die Gewohnheit, beständig Heil- u. Wohlergehenswünsche auszusprechen. Als man ihn fragte, warum er dies immer sagte, erzählte er: ich war früher Lastenträger. Eines Tages trug ich eine Last an Mehl und setzte mich, um mich auszuruhen. Von der schweren Arbeit geplagt sprach ich eine Du’a zu Allah: o Allah, wenn DU mir täglich zwei Brote gibst ohne Arbeit, dann will ich mich damit begnügen. Da sah ich zwei Leute die miteinander stritten. Ich ging hin um zu schlichten, dabei versetzte mir einer der Kontrahenten einen schlag am Kopf das ich blutete. In dem Augenblick kam ein Polizist und verhaftete uns drei. Er meinte ich gehörte auch dazu. Dort blieb ich eine weile, und täglich wurden mir zwei Brote gebracht. Eines Nachts sprach jemand im Traum zu mir: Du hast um zwei Brote täglich ohne Arbeit gebeten nun hast du sie. Du hast aber nicht auch um Heil und Wohlergehen gebetet. Am nächsten Morgen sprach ich gleich ein Du’a, sodann der Wärter kam und mich freiließ. 

Ein in sterbenliegender Vater lässt seinen ältesten Sohn rufen, damit er für ihn aus dem Quran vorlese. Der Sohn sagt zu ihm: Dein ganzes Leben lang hast du in unachtsamer gleichgültiger Ruhe deine Zeit verbracht, nicht einmal standest du Nachts auf um Allah zu gedenken. Unbekümmert schliefst jede Nacht und dachtest nicht an die Stunde. Nun liegst du im Sterben und gedenkst deiner Taten. Du beschäftigte dich nur mit deinen Sein, sahst dich nur selbst. Allah hat dir Hunderte von Schätzen des Sein gegeben, aber du tast dich in deiner Trunkenheit mit den Schaytan zusammen. Allah hat dich zu SICH gerufen, doch du liefst den Schaytan nach. Nun in deiner Todesstunde werden dir dein Niedrigkeit bewusst. O mein Vater, du warst leichsinnig und hast nie auf mich gehört. Verjagt hast du mich, weil ich viel betete und Kuran las. Nun rufst du nach mir, weswegen du mich aus dem Haus schicktest. 

Eine Ameise sieht eine Wespe, die höchst vergnügt herumfliegt. Die Ameise fragt die Wespe, warum sie so vergnügt sei? darauf sagte die Wespe: Warum soll ich nicht vergnügt sein? Ich setzte mich nieder, wo immer ich mag, und nasche von jeder speise, die mir behagt. Ich durchfliege die Weiten, wie es mir spaß macht. Warum also sollte ich traurig sein? Während sie spricht, fliegt sie in einen Fleischerladen und setzt sich aufs hängenden Fleisch. Da kommt der Fleischer und haut mit seinen Beil auf die Wespe, die in zwei Teilen zu Boden fällt. Da nimmt die Ameise ein Teil der Wespe und sagt: Wer, wie du, nur das tut, was ihm spaß macht, mit dem nimmt es kein gutes Ende.

Isa (s.) reist mit einem Gefährten übers Land. Er hat drei Brote bei sich. Davon isst er eins, und sein Gefährte und eins bleibt übrig. Als Isa zum nahegelegenen Fluss geht um Wasser zu schöpfen, isst der Gefährte das andere Brot auf. Als Isa zurückkommt, fragt er den Gefährten, wo das dritte Brot sei. Er sagt, er wisse es nicht. Sie kommen zu einem See. Isa fasst seinen Begleiter an der Hand und sie gehen über den See. Nun fragt Isa ihn nochmal: Bei Allah, der diese Wunder bewirkt, sag mir, wer das dritte Brot gegessen hat? Ich weiß von nichts sagte der Gefährte. Sie gehen weiter, und als Isa ein Reh sah, erledigte er es und beide aßen davon. Nach dem Essen, nahm Isa die Knochen des Rehs und bließ mit Allahs Erlaubnis Leben in die Knochen. Sogleich überzog sich über den Knoch Fleisch und Haut, bis das Reh wieder war und davon lief. Und wieder sagte Isa, bei Allah, der diese Wunder bewirkt, wo ist das dritte Brot? Sie gingen weiter und gelangten zu drei Erdhaufen. Isa verwandelte die drei Erdhaufen in Gold und sagte, das gehört dir, das mir und der dritte Haufen dem, der das dritte Brot hat. Da sagte sein Begleiter von Gier gepackt, er habe das dritte Brot gegessen. Darauf gibt Isa alle drei Goldhaufen seinen Gefährten und sagt: du taugst mir nicht zum Reisegefährten, und verlässt ihn. 

Danach kommen zwei andere Leute und sahen die drei Haufen Gold. Sie gerieten wegen dem Gold in Streit und der Gefährte Isa willigte schließlich ein, jeder solle einen Goldhaufen bekommen. Da nun der Hunger sie überwältigte und sie kein Brot hatten, schickte sie einen los, der Brot kaufen sollte. Einer ging, kauft Brot, aß sich erst satt und gab in die beiden anderen Brote Gift hinein. Währenddessen haben die anderen beiden ihn zu töten, wenn er mit dem Brot zurückkommt. Der dritte kommt und wird von den beiden erschlagen. Die beide essen vom Brot und sterben durch das Gift. Als Isa wieder des Weges vorbeikam und die drei Toten dort sah, verwandelte er das Gold wieder zu Erde, damit nicht noch mehr Menschen um seinetwillen umkommen.

Ein Schüler fragte seinen Lehrer nach der Bedeutung der Sure 3 Vers 26: Und DU erhöhst, wen DU willst, und erniedrigst wen DU willst. Der Lehrer antwortete: Der Vers gilt für dich und für mich: Mein Teil ist die Erhöhung, dein Teil ist die Erniedrigung. Denn meine Bedürfnisse sind mit einer Matte und einen Krug Wasser gestillt, aber deine Bedürfnisse kennen keine Grenzen, daher bist du in einem niedrigeren Zustand.

Ein alter weiser Mann findet ein schwarz gewordenes Silberstück auf der Straße und beschließt, es dem zugeben, der am bedürftigsten sei. Er gibt schließlich die Silbermünze dem König, als dieser gerade Audienz hält. Der König gerät darüber in Zorn und fährt in an: Bedarf ich vielleicht eines solchen Geldstückes? Doch der alte weise Mann sagte: Du bist sicherlich der bedürftigste aller Menschen; denn es gibt keine Moschee und kein Markt, wo nicht für dich Geld gesammelt wird. Du bettelst an allen Türen, und das nur für die paar Tage deiner Königsherrschaft. 

Ein Mann sieht einen Mufti am Audienztag an der Tür des Sultans sitzen und bittet ihn um ein Fetwa. Der Mufti entgegnete: ist dies der Ort, um Fetwa zu erteilen? Worauf der Mann sagte: und ist dies der Ort, wo ein Mufti sitzen sollte?

Ein Sohn fragt seinen Vater, wie empfindest du Allah? Der Vater sagte: Das ist so, wie wenn einer, dem die Hand abgehauen wurde, seine Hand dringt braucht, oder einer, der zehnt Tage gedurstet hat, unbedingt Wasser haben muss. So brache Leute wie ich, unbedingt Allah. Darin besteht der Schmerz, denn man unbedingt haben muss, von dem du nicht weißt, wo es zu finden ist, dass dir alles was du hast, ganz gleich ist, weil du nur das willst, das und sonst nichts.

Ein greiser Mann begegnet einen Jungen der weinend zur Schule geht. Warum weinst du mein Sohn? Der Junge antwortete: Ich soll heute aufsagen, was der Lehrer in der ganzen vergangenen Woche gesagt hat, und ich kann es doch nicht! Wie soll ich da nicht weinen! Da dachte der greise Mann an die Stunde, an der er gefragt wird über sein Leben und brach in Tränen aus. 

Attar fragt seinen Vater auf dem Todenbette wie es ihm gehe. Der Sterbende antwortete: wie soll es mir schon gehen mein Sohn? Vor Ratlosigkeit weiß ich nicht, wo mir der Kopf, noch wo der Fuß ist. In sorglosen Leichsinn habe ich das ganze Leben nur mit eitlem Getue und unnutzem Gerede verbracht.

Ein Mann auf dem Sterbebett sagte: Wenn ich früher gewusst hätte, dass Hören besser ist als reden, so hätte ich mein Leben nicht mit reden verbracht. Keiner hat verlangt, dass ich soviel rede, doch tat ich’s trotzdem. 

Einen christlichen Kaufmann stirbt der Sohn im besten Jugendalter. Nachdem der trostlose Vater sein Kind beerdigt hat, geht er hin und wird Muslim; denn er sagt: Jetzt kenne ich, dass die Muslime recht haben mit ihrer Lehre, dass Gott keinen Sohn habe. Denn wenn ER einen Sohn hätte, so hätte ER mir dies nicht angetan. 

Ein Vesir fällt in Königs Ungnaden. Dieser lässt ihn im geblendet im Kerker werfen. Des Königs Vetter aus Griechenland sendet einen Brief mit Rätselfragen die er nicht beantworten kann. Sodann erinnert er sich an seinen eingekerkerten Vesir. Aus Eis lässt er eine Blindschrift des Briefes anfertigen und legt sie dem Vesir vor. Der löst das Rätsel worauf ihm der König einen Wunsch gewährt. Der Vesir nun wünscht sich sein Augenlicht wieder, doch der König kann es ihm nicht wieder geben. Da ermahnt ihn der Vesir: Nimm nichts, was du nicht wiedergeben kannst.

Ein reisender Mann kommt in die Moschee und bietet den Imam, man möge für ihn spenden, er wurde auf seiner Reise ausgeraubt, ihm sei nichts mehr geblieben. Da kam eine junge Frau und überbrachte den Imam eine kleine Kiste mit Goldstücke. Der Imam dachte sich, ich will ein paar Tage warten, ob die Frau wieder etwas davon zurückhaben will. Nach zwei Tagen kam tatsächlich die Frau und überreichte noch zwei Armreifen. Der Imam fragte ganz erstaunt, warum sie auch noch die goldenen Armreifen bringe, sie habe doch schon genug gegeben? Da sagte die junge Frau, ich sah im Traum mein Platz im Paradies und all die Goldstücke die ich gab, aber meine Armreifen sah ich nicht. Darauf sagte mir ein Paradiesbewohner, du siehst hier nur das, was du gespendet hast. Deshalb kam ich nocheinmal um auch meine Armreifen zu spenden.

Einst ging ein Mann über die Sira-Brücke und in der Mitte der Brücke fiel er von ihr. Doch während seines Fall, kam ein Schiff, ähnlich dem einer Moschee und fing ihn auf. Ein Engel sagte: weil du unermüdlich die Leute auffordertest in die Moschee zu kommen, soll heute die Moschee deine Rettung sein.

Ein Nachbar einer Moschee lud immer die Besucher dieser Moschee zum essen ein. Das freute den Leuten sehr, und die Moschee war immer gut besucht. Als nun der Mann sein ende kommen sah, machte er sich sorgen um die Bewirtung der Moscheebesucher. So ging er zum Imam und trug ihn seine Bitte vor, man möge sich doch auch nach seinem Tode um das Essen kümmern, damit die Moschee weiterhin gut besucht bliebt. Der Imam sagte, was du machst ist gut und möge Allah dich belohnen aber wir als Moschee können nicht die Kosten des Essens auf uns nehmen. Traurig ging der Mann nach Hause. In der Nacht hatte der Imam einen Traum: als er am Jüngsten Tag zum „Becken des Durstes“ (haud) kam und trinken wollte, verwerte ihn ein Engel den Zugang. Auf die Frage warum nicht er auch trinken durfte sagte der Engel zu ihm: dir war es gleichgültig ob die Moschee gefüllt ist oder nicht, so ist es uns auch gleichgültig ob du durst hast oder nicht. Am nächsten Morgen erwachte der Imam mit großen Durst. Gleich ging er zum Nachbarn und teilte ihn mit, er selber wolle sein Amt der Essensbewirtung übernehmen.

Ein Kaufmann, wenn er in die Stadt wollte, kam immer durch ein kleines christliche Dorf. In diesem Dorf lebte ein muslimische Familie. Diese Familie hatte einen Sohn, der gerne immer zum beten in die Stadt wollte um dort in die Moschee gehen zu können, weil es in seinen Dorf keine Moschee gab. Jedes Mal wenn der Kaufmann vorbei ritt, rief ihn der Junge zu: nimm mich doch bitte in die Stadt mit, das auch ich die Moschee besuchen kann. Doch jedes Mal sagte der Kaufmann: ich habe keinen Platz für dich, meine Lastentier müssen das Gepäck tragen. Eines Tages, als nun der Kaufmann wieder auf den Weg zur Stadt war, stolperte sein Kamel und warf ihn so ab, das er verwundet am Boden lag und nicht mehr aus eigener Kraft aufstehen konnte. Da kam ein Schafshirte mit seinen Schafen vorbei. Der Kaufmann rief um Hilfe, doch der Schäfer hörte ihn nicht. Die Herde zogen am liegenden Kaufmann vorbei, ohne sich auch nur um ihn zu kümmern. Schließlich erlag der Kaufmann seinen Verletzungen. Als der Todesengel seine Seele nahm, sagte er zu ihm: so wie du andere nicht hörst, so hörte dich auch niemand. Du hättest auf deinen Kamel platz gehabt um den Jungen mit in die Stadt zu nehmen, doch dir war der Junge gleichgültig. So koste nun das, was du dir erworben hast.

Der Lehrer fragt die Schüler: Seht ihr mich? Worauf sie antworteten: Ja, worauf er sagte: Also existiere ich. Der Lehrer fuhr fort: Seht ihr die Tafel? Worauf sie sagten Ja, worauf er sagte: Also existiert die Tafel. Er fuhr weiter fort: Seht ihr den Tisch? Worauf sie antworteten Ja, worauf er sagte: Also existiert der Tisch. Dann fragte er: Seht ihr Allah? Worauf die Schüler antworteten: Nein, worauf der Lehrer sagte: Also existiert Allah nicht. Da stand ein Junge auf und sagte zu der Klasse: Seht ihr den Verstand des Lehrers? Worauf die Schüler sagten: Nein, darauf sagte der Junge, also existiert der Verstand des Lehrers nicht.

Einmal traf Isa in einer Höhle eine schlafenden Jüngling und forderte ihn auf, aufzustehen und fromme Taten zu tun. Der Jüngling antwortet: Das habe ich früher als kleines Kind getan, aber jetzt bin ich kein Kind mehr, dass auf Befehle seiner Eltern hört. Ich gebe die ganze Leben für diese Welt aus. Da sprach Isa: Wenn du so frei von der Welt bist, dann schlaf in ruhe weiter!

Ein frommer Mann begegnet einen Haufen Spieler. Sie tragen einen Mann auf ihren Schulter. Der fromme fragt den Haufen, wodurch hast du den Rang erhalten, das sie dich auf den Schulter tragen? Der Spieler sagte: Dadurch, dass ich alles verspielt habe, bin ich der Emir dieser Welt geworden. Der fromme Mann stößt einen schrei aus und nimmt sich die Worte zu Herzen. Der Spieler hat alles geopfert und verloren und ist der Emir der Welt geworden.

Eine Mutter sagte zu ihrem Kind: Den unterschied zwischen guten und nicht guten Essen, gibt es nur auf der kurzen Strecke zwischen der Lippe bis zum Gaumen. Wenn du diese kurze Strecke überstehst, ist gutes und nichtgutes Essen für dich gleich. Gehorche nicht dem Hund in dir, damit du nicht am Jüngsten Tag in Hundegestalt auferstehst!

Ein Mann läuft seines Weges und wird von einen Hund besudelt. Ein vorbeigehender Mann fragt ihn: Warum hast du dich nicht vor dem Hunde in acht genommen? Dieser antwortete: Warum soll ich den schmutzigen Hund draußen fliehen, wo ich doch einen ebenso schmutzigen Hund in mir habe?

Ein Hoca predigte von der Kanzel über Gottvertrauen und gab sich als Beispiel: ich bin mit einem Dirham in der Tasche durch die Wüste bis zur Kaba gegangen und habe, dank meines Gottvertrauens, ihn nicht auszugeben brauchen. Da stand ein Jüngling auf uns fragte den Hoca: Wo war den dein Gottesvertrauen, als du den Dirham in die Tasche stecktest? Da war der Hoca sprachlos und fing das zittern an. 

Ein Mann saß am Straßenrand und aß Pudding. Da kam ein Bettler und sagte: Gib mir doch etwas ab! da sprach er: der Pudding gehört mir nicht. Wem gehört er denn, wenn du ihn doch isst, fragte der Bettler? Er gehört Atika, einer Frau vom Hofe des Kalifen. Sie hat ihn mir geschickt, ich esse ihn für sie und Allah sei dank.

Ein armer Mann kommt weither zu Ali dem Emir der Gläubigen und stellt ihn drei fragen: Was ist Armut? Was ist Krankheit? Was ist Tod? Ali antwortete: Deine Armut ist die Unwissenheit. Wenn du wissend bist, erträgst du die Armut leicht. Die Krankheit ist der Neid, der Tod der schlechte Charakter. 

Bei einem Schiffbruch retten sich eine Katze und eine Maus auf eine Planke. Da fürchtet sich weder die Maus vor der Katze, noch denkt die Katze daran, die Maus zu packen. Beide haben sich selbst vergessen.

Ein Bettler geht in die Moschee und klagt über seine Armut. Da kommt ein Jüngling und fragt ihn: Möchtest du blind sein und 100.000 € haben, der Bettler sagte, Nein. Möchtest du stumm sein und 50.000 € haben? Der Bettler sagte, Nein. möchtest du das dir Arme und Beine amputiert würden für 25.000 €? Nein sagte der Bettler. Möchtest du Wahnsinnig sein und dafür 10.000 € haben? Entsetzt sagt der Bettler Nein! Darauf sagte der Jüngling: Schämst du dich nicht, dich über deinen HERRN zu beklagen, wo du doch Waren im Wert von 185.000 € dein eigen nennst? Da kamen den Bettler die Tränen und verließ die Moschee.

Einst erzählte ein Mann einen anderen: Bei mir ist ein Dieb gekommen und hat all mein Hab und Gut gestohlen. Der andere Antwortete: Danke Allah dafür, das nicht der Schaytan kam und deine Schahade verdorben hätte. Was würdest du dann sagen?

Ein Muslim geht mit einen Kafir fischen. Der Kafir ruft seine Götter an, wirft sein Netz aus und fängt viele Fische. Der Muslim hingegen fängt gar nichts. Erst bei Sonnenuntergang fängt auch der Muslim einen großen Fisch, der aber wieder ins Wasser hüpfen kann. Mit leeren Netz geht der Muslim nach Hause. Sein Schutzengel ist darüber traurig und geht zu seinem HERRN. Allah zeigt ihm die Wohnung des Muslim und des Kafirs, und sprich dazu: Jenem den Kafir nützt sein Glück nichts, den seine Wohnung wird die Hölle sein, und den Muslim schadet sein Unglück auch nichts, den seine Wohnung wird im Paradies sein. 

Ein Jüngling sieht andere Jünglinge in bester Laune und mit den besten Dingen dieser Welt. Da sagt er zu sich: o Allah, ich bin Dein Diener und gehorche Deinen Geboten, aber ich laufe in Bettlergewändern umher und habe keine schönen Dinge. Jene aber, sind nicht deine Diener und gehorchen nicht Deinen Geboten, aber ihnen gibst DU die schönsten Dinge dieser Welt. In der Nacht während er träumt, hört er eine Stimme: Wenn du willst, magst du tauschen? Gibt deinen Iman her und nimmt dafür den Unglauben. So gib deine Armut und nimm dafür den Reichtum. Gib deinen Wohnung im Paradies und nimm die Wohnung der Hölle. Am nächsten Tag spricht der Jüngling die Schehade neu und vollzieht Ghusl und betet zwei Rekat Töve-Namaz.

Abu Bakr hatte zehn Jahre lang Zahnschmerzen, ohne aber den Propheten davon in Kenntnis zu setzen. Als der Prophet durch Cibril davon erfährt, fragte er Abu Bakr: warum hast du mir nie etwas davon erzählt? Drauf sagte er: Es ist nicht schön, sich über Allah zu beklagen.

Eine Frau reißt sich einen Fingernagel entzwei als sie fällt. Sie fängt das lachen an, und auf die Frage warum sie lacht und ob sie kein Schmerz empfindet sagte sie: Die Freude über die Belohnung lässt den Schmerz vergessen.

Drei Fromme wollten wissen, welche Hingabe bei Allah mehr wiegen mag. Der eine erzählte, er liebe den Tod um zu Allah zu gelangen. Der zweite sagte, er liebe es sich im Dienste Allahs sich abzuplagen. Der dritte sagte, ich wähle gar nichts, sondern ich bin einverstanden mit dem, was mein Herr für mich wählt. Sie riefen einen Sachkundigen und dieser sagte, dem dritten gebühre den Vorrang. 

Ein Mann sieht einen Jüngling immer viel in der Moschee beten. Da sagte der Mann zu ihm: wenn du wieder zum beten in die Moschee gehst, so hole mich, damit ich mir dir zusammen bete. Da sagte der Jüngling: wer den Schmerz des Weges nicht spürt, der verdient es nicht mitgenommen zu werden, sonst würdest du Tag und Nacht gute Werke verbringen. Wenn du einen anderen brachst, der dich zum beten mitnimmt, so brauchst du wohl auch einen anderen, der für dich die guten Werke tut. 

Ein frommer Mann wird von einen Jüngling gefragt, wie er dazu kommt, so einen hohen Rang bei Allah zu haben. Durch das völlige entsagen dieser Welt erlangte ich diesen Rang. Durch Gehorsamstaten kann man diesen Rang nicht erreichen; denn der Schaytan hat viele Gehorsamstaten getan und ist doch verflucht worden. Wer aber sagt, dass Gehorsam nicht nötig sei, der möge wissen, dass auf ihn allstündlicher Fluch herabregnet. Tue dein ganzes Leben Gehorsamswerke und entsage dich dabei dieser Welt, dann wirst du bei Allah einen hohen Rang haben.

Eine menge Menschen schlagen einen Gefangenen. Der gefolterte ruft: Hilf mir o HEER und Schöpfer! In diesem Moment kommt ein Scheich vorbei und sieht die Menge. Ein Mann tritt zum Scheich und sagt: bitte doch Allah darum, das ER ihn helfen möge. Der Scheich antwortete: Wie kann ich das tun, wo ihm doch erst jetzt eingefallen ist an Allah zu denken. Wer in solchem Augenblick sich an Allah erinnert, dessen Herz ist zerrissen. 

Am jüngsten Tag wird einem Jüngling sein Blatt von Allah gegeben. Dort findet er nur schlechte Taten verzeichnet. Der Jüngling ist überzeugt, dass für ihn nur noch das Höllenfeuer in betracht kommt. Doch da heißt ihn Allah das Blatt zu wenden. Auf der Rückseite steht: Da er noch rechtzeitig bereut hat, werden ihm für jede Sünde zehn gute Werke angerechnet.

Allah spricht: Mein Knecht, solange du MIR dienst und auf MICH hoffst und MIR nichts zugesellst, vergebe ICH dir, was du getan hast. Und wenn du MIR entgegenkämst mit Sünden so viel wie die ganze Erde, so komme ICH dir entgegen mit ebensoviel Vergebung und Verzeihe dir.

Ein gläubiger Goldsucher gräbt wie jeden Tag nach Gold. Eines Tages kam ein reicher Mann vorbei und hörte, wie der Goldgräber mit sich selber sprach: Mein HEER, wenn es darauf ankam zur arbeit zu gehen, so bin ich unablässig tätig gewesen, ich bin früh aufgestanden und habe das meinige getan, jetzt ist es an DIR, das DEINIGE zu tun. Dem Reichen gefiel die Rede und warf den Goldsucher ein Säckchen Gold zu und sagte: da du so früh zur arbeit geeilt bist, hast du mehr bekommen, als du verlangt hast.

Ein Hoca stirbt und Allah sagt zu den Engeln, bringt MEINEN Knechten ins Paradies aufgrund MEINER Gnade. Da entgegnete der Hoca: ich will nicht aufgrund DEINER Barmherzigkeit ins Paradies gebracht werden, sondern aufgrund meiner Taten. Da wurde ihm vorgehalten, das alleine schon die Sinnesorgane im Gesicht 5.000 Jahre Ibadet wert seinen. Darauf wird befohlen ihn in die Hölle zu stecken. Da ruft der Hoca: o HEER bring mich ins Paradies aufgrund deiner Barmherzigkeit. Da wurde ihm gesagt, dein Lebensunterhalt an Essen, Kleider und Wohnung, sei das alles wegen seiner Taten geschehen? Da bereut der Hoca und bekennt, dass alles aus der Barmherzigkeit Allahs kam.

Zwei Männer müssen gemeinsam über die Sirat-Brücke laufen. In der Mitte der Sirat-Brücke fällen alle beide hinunter ins Höllenfeuer. Doch da taucht ein Schiff in Form einer Moschee auf. Während der eine ins Schiff fällt, fällt der andere weiter zum Höllenabgrund. Da schreit der, der ins Höllenabgrund weiterfällt, warum wirst du gerettet? Darauf sagt ein Engel: er pflegte seine Gebet immer in der Moschee im Cemat zu verrichten, während du es vorzogst immer Zuhause zu beten. Die Moschee war seine letzte Rettung.

Allah sagt zum Propheten Davud: Sage MEINEN Dienern, wenn es keine Hölle und kein Paradies gäbe, so stünde es euch doch an, MIR zu dienen. Würdet ihr MICH denn nicht dienen, wenn es diese beiden nicht gäbe? ICH habe Anspruch darauf auf euren Dienst. Darum dient MIR ohne Hoffnung das Paradies und ohne furcht vor dem Höllenfeuer. Da ICH euer HERR bin, sollt ihr MIR aus freien Stücken verehren.

Ein Mann besucht jeden Tag die Gräber der frommen. Eines Nachts hat er einen Traum in dem eine Stimme ruft: Wie lange willst du noch den Gräbern der Gottesmännern Verehrung zeigen? Tue lieber selbst die Taten, die der Männer, die du täglich in ihren Gräbern besuchst. 

Du weißt nicht, ob du verworfen bist oder nicht, ob du durch Allahs ewigen Ratschluss zur Seligkeit bestimmt bist oder nicht. Aber das weißt du, dass es das beste für dich ist, solange du lebst, dem Befehle Allahs gemäß zu handeln. Dies weißt du und anderes nicht. Man darf das gewisse nicht vom ungewissen abhängig machen.

Ein Jugendlicher verrichtet ohne unterlass Ibadetliche Werke. Da erscheint ihm im Traum ein Engel im Auftrag seines HERRN um ihn zu sagen: Was soll all dein Ibadet? Dein Name steht im Buche der unseligen, dass heißt dein Platz wird die Hölle sein. Der Engel fragt den Jüngling: warum tust du all diese Ibadet? Darauf erwidert der Jüngling: ich hatte bisher geglaubt, dass ich gar nichts bin und bedeutete, jetzt aber weiß ich, dass ich überhaupt gezählt werde. Darum tue ich noch mehr Ibadet-Taten. Ob nun das Paradies oder das Höllenfeuer mein Teil sein wird, ER ist der HERR, und ich bin SEIN Sklave. Solche treue im Gehorsam findet nun doch ein gutes Ende. Allah strich in aus dem Buch der Höllenbewohner und ersetzte sein Namen im Buche der Paradiesbewohner.

Ein armes Kind fragte einen jungen Mann nach 1 €, der das bettelnde Kind wegschickte. Als der junge Mann davon erfuhr, dass das Kind der Sohn seines Arbeitgebers war, eilte er dem Kind hinterher und entschuldigte sich bei ihm. Als Entschädigung lud er das Kind zum essen ein und zahlte somit 50 €. Auf dem Weg begegnete die beiden eine alte Frau die den Knaben fragte, ob er jemanden wisse, der den Weg der Hölle gehe, darauf sagte der Junge, siehe meinen Begleiter, Um Allahs willen wollte er nicht einmal 1 € geben, aber um Meinetwillen gab er 50 € aus.

Ein frommer Mann begibt sich abends in die Moschee, um bis zum Morgen dort in Gebetsübungen zu verrichten. Als es dunkel geworden ist, hört er ein Geräusch. Er glaubt, ein anderer frommer Beter sei hereingekommen, und, da e sich nunmehr beobachtet fühlt, verdoppeltet er seinen Eifer im Gebet. Bei Tagesanbruch stellt sich heraus, dass der Moscheebesucher ein Hund ist, der sich die Moschee als Schlafstelle ausgesucht hat. Der fromme Mann hat die ganze Nacht für einen Hund gebetet und macht sich nun bittere Vorwürfe.

Ein Mann sagte auf dem Sterbebett: ich habe mein ganzes Leben lang, danach gestrebt, meine Sadaqa, die ich den Armen gab, von niemanden sehen zu lassen. Da sagte ein Jüngling, der am Sterbebett stand: Es wäre für dich verdienstvoller gewesen, du hättest es selber nicht gesehen.

Ein Schüler eines Scheichs klagt seinen Meister: ich übe mich täglich in asketischen Übungen, aber all das hat mir nichts gebracht! Darauf sagte sein Scheich: Du hast dein Tun mit wohlgefallen betrachtet und darin schon das gefunden, was du eigentlich gesucht hast.

Ein Scheich fragt einen seiner Schüler nach seinen religiösen Tun. Der Jüngling antwortet: Seit fast zehn Jahren denke ich soviel an Allahs Barmherzigkeit, dass ich von mir selber nichts weiß und somit nichts zu erzählen habe. Da sagte der Scheich zu ihm: ich kann nicht an IHN denken, denn seit sechzig Jahren bin ich so mit meinen Fehlern beschäftigt, dass ich aus Scham nicht an IHN zu denken wage. Als der Schüler das hört, befällt ihn ein Zittern.

Ein Hoca sagte zu seinen Schülern: Ich sage nicht, Unterlasst die guten Werke! Aber ich sage auch nicht, tue sie schlecht! Vielmehr, säe jetzt im kleinen guten Samen, damit du einst im Großen mit guten Früchten dastehst. 

Ein Scheich sagte seinen Schüler als er einen Straßenkehrer sah bei der Arbeit und gleichzeitig den Ruf des Ezan hörte: Die beiden sind gleich. Der eine ist so unwissend wie der andere; sie arbeiten beide nur ums Brot. Vielleicht ist der Straßenkehrer gar mit seiner Arbeit für Allah beschäftigt, jedoch der Gebetsrufer nur durch Augenschein mit Heuchelei verblendet. 

Ein Mann hört einen Jüngling sein Du’a: O Allah, meine Hoffnung auf DICH, wenn ich sündige, ist fast größer als meine Hoffnung auf DICH, wenn ich gute Werke tue. Und wie sollte ich die Belohnung der guten Werke erlangen, wo es doch bekannt ist, dass alle guten Werke durch irgend etwas verdorben sind, wenn ich sündige. Bei den Sünden aber fühle ich, dass ich mich auf DEINE Vergebung verlasse, und wie solltest DU nicht vergeben, da DU doch die Eigenschaft der Freigebigkeit und der Vergebung hast!

Ein Jüngling kommt in einer fremden Stadt und nimmt am Freitagsgebet teil. Während der Hoca die Fatiha Sure liest, brüllt der Fremde Jüngling plötzlich wie eine Kuh los. Nach Beendigung des Gebetes wird der Jüngling zur Rede gestellt, warum er während des Gebetes wie eine Kuh gebrüllt habe. Dieser sagte darauf: mir ist gelernt worden alles dem Hoca während des Gebets gleichzumachen. Also brüllte ich wie eine Kuh, da der Hoca in seinen Gedanken beim Kuhkaufen war. Kleinlaut gestand der Hoca ein, was der Junge erzählte.

Ein frommer Mann betritt die Moschee und sieht den Hoca beten zu, der in ungewöhnlicher Geschwindigkeit sein Gebet absolviert. Nach dem Gebet fragt ihn der Fromme: Für wen hast du dieses Gebet verrichtet? Der Hoca antwortet: Für Allah! Das wollte ich nur wissen. Darauf sagte der Hoca: Es war schon spät, darum habe ich mein Gebet kurzgefasst um noch in der Zeit zu bleiben. Darauf sagte der Fromme: Muss man nicht seine Schulden zur Rechten Zeit zahlen, wenn sie fällig ist? Das Leben ist kurz, das zu leistende aber viel.

Ein Schüler sagt zu seinen Scheich: ich habe mir schon sehr lange das Gebet zur Gewohnheit gemacht, darum tue ich es. Der Scheich sagte: du bist im Irrtum befangen. Das ist Allahs nicht würdig. Was aus Gewohnheit geschieht, hat mit der Wahrheit nichts zu tun. Das brechen mit den alten Gewohnheiten ist eine der ersten Pflichten, die ein Mürid zu erfüllen hat.

Ein Kafir findet auf den Weg ein Stück Zettel auf dem einer der 99 Namen Allahs steht. Er hebt ihn auf und findet die Schrift schön. Beim Parfümhändler bestreicht er den Fetzen Papier mit wohlriechenden Düften und legt es daheim auf ein Regal. Nachts im Träume hört er eine Stimme sagen: Weil du Unseren Namen wohlriechend gemacht hast, werden wir dich wohlriechend machen und dein Herz öffnen. Am nächsten Tag begab sich der Kafir zur Moschee und sprach das Glaubensbekenntnis aus.

Ein Mann kauft einen frommen Jüngling als Sklaven. Der Heer fragte ich: wie heißt du? Der Sklave antwortete: Wie du mich nennen magst. Was isst du? Was du mir zum essen gibst. Was tust du? Was du mir befiehlst. Da sprach der Mann zu sich selber: du armseliger! Bist du je in deinem Leben für Allah solch ein Sklave wie dieser Junge gewesen? An diesem Jungen kannst du Sklavenschaft lernen. Da fing er das weinen an und wurde Ohnmächtig.

Ein Scheich geht des Weges und kommt an einen Mann vorbei. In diesem Moment zeiht der Scheich seine Kleider an sich. Darauf sagte der Mann: Meine Kleider sind nicht schmutzig, warum ziehst du dann deine Kleider vor mir weg? Der Scheich sagte: Du hast dir etwas falsches Gedacht! Meine Kleider sind die schmutzigen und ich habe sie an mir gezogen, damit deine nicht schmutzig werden, und nicht wie du dachtest das meine schmutzig würden.

Ein Reisender wird gefragt: Welche bemerkenswerten Leute er unterwegs getroffen habe? Der Reisende antwortete: ich habe auf meiner Weltreise nur einen und einen halben Menschen gesehen. Der eine sie der, welcher von den anderen Menschen weder gutes noch schlechtes gesagt habe, weil er mit den Geheimnissen Allahs beschäftigt gewesen sei, der halbe war der, der nur gutes über die anderen geredet habe.

Ein Hoca meidet einen Jüngling, weil er von diesem hörte, er sei ein großer Sünder. Eines Tages, als der Hoca wieder den Jüngling in der Moschee nicht beachten will, sagt dieser zu ihm: Morgen am Jüngsten Tag, werden die Taten offengelegt. Solange noch nicht klar ist, wer angenommen und wer verworfen ist, hast du von dir keinen Nutzen und von mir keinen Schaden.

Ein Frommer kommt zur einer Hinrichtung und seiht den Dieb am Galgen hängen. Bei dem Anblick kommen ihn die Tränen, er stößt einen Schmerzensschrei aus, läuft zu ihn hin, küsst seine Füße. Auf die Frage warum er das tat, sagte er: Er war im stehlen vollkommen, so sehr, dass er auch sein Leben dafür ließ. Wer immer in seine tun vollkommen ist, der setzt sein Leben dafür ein. Ihm lag am Leben nichts. Nicht wie ich, der nur alles halb tut und so sehr am Leben hängt. 

Ein alter Mann pflanzt einen jungen Baum. Da kommt eine Frau daher und sagt: Was pflanzt du den jungen Baum? Du hast je nur noch wenige Tage zu leben und hast keinen Nutzen mehr von ihn. Der Alte erwiderte darauf: die, welche vor uns gestorben sind, haben für uns gearbeitet, und wir genießen heute die Früchte ihres tuns. Darum arbeiten wir jetzt für die anderen nach uns. Ein anderer Mann, der das Gespräch hörte und dem es gefiel, gab den Alten einen Sack mit Geld. Der Alte sagte zur Frau: Wie du siehst, habe ich doch noch Nutzen von meinem tun gehabt! Ich habe gar nicht lange warten auf den Lohn zu warten brauchen.

Ein Kafir seht einen Muslim essen, und bittet ihn, auch etwas davon abzugeben. Der Muslim sagt: Wenn du Muslim wirst, bekommst du von mir was dein Herz begehrt. Der Kafir geht mit leeren Magen davon. Nachts hört der Muslim im Traum eine Stimme: Seit fünfzig Jahren wurde der Kafir von Allah mit allem Versorgt, trotz seines Unglaubens. Und du wolltest ihn nicht einmal ein Bissen geben ohne Religionswechsel! 

Eine armer Mann kommt zum Wesir um eine Bitte vorzutragen. In der Verwirrung stemmt der Arme seinen spitzen Stock in des Wesir’s Fuß, sodass das Blut fließt. Geduldig erträgt der Wesir den schmerz. Nach der Audienz fragt man den Wesir, warum er sich nicht rührte? Darauf sagte er: ich wollte nicht, dass der Arme vor Scham seine Bitte nicht äußert.

Zwei Männer vertragen sich nicht gut. Doch während der eine immer nur Schimpfnamen für ihn übrig hat, bitte der andere Allah jedesmal um Rechtleitung für ihn. Auf der Frage hin, warum er für ihn bete, sagte er: Jeder gibt von dem, was er hat.

Einen armen Mann, wird sein Hemd welches sein einziger Besitz, zu Hause hat ist geklaut. Der Dieb will das Hemd einen Makler verkaufen, doch dieser will sich erst erkundigen, ob die Ware helal ist. Da kommt des Wege der arme Mann daher. Er sieht sein Hemd und die beiden und sagt: ich kenne das Hemd, das kannst du ruhig kaufen.

Ein Dieb bricht bei einen Scheich ins Haus ein. Er findet nichts und will wieder abziehen. Da ruft ihn der Scheich zu: Du sollst nicht enttäuscht fortgehen! Hole aus dem Brunnen einen Eimer Wasser und vollziehe die Waschung und verrichte ein Gebet. Der Dieb macht, was ihn geheißen. Am nächsten Tag kommt ein Bote zum Scheich und gibt ihn seinen Sack voll Goldtaler. Der Scheich sagt, dies gehört unseren Gast (den Dieb). Er gibt sie ihn und sagt: Das ist der Lohn für den Glauben, den du in dieser Nacht bewahrt hast. Der Dieb fällt den Scheich zu Füßen, tut buße und wird sein Schüler.

Ein frommer Jüngling von 13 Jahre sagte: ich wollte, dass der Jüngste Tag schon angebrochen wäre, auf dass ich mein Zelt beim Tor der Hölle aufschlüge. Ein Mann fragt den kleinen Knaben, und warum das? Er sprach: ich weiß, wenn das Höllenfeuer mich sieht, so erlischt es, und ich werde zu einer Wohltat für die Menschheit.
 

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