Meinungen über den Islam von früheren Persönlichkeiten
| Thomas von Aquin und sein Verständnis
am Islam
Thomas von Aquin sieht in die Muslime keine Häretiker oder Apostaten,
sondern bezeichnet sie als „infideles“ (Ungläubige). Daraus folgern
zu wollen, dass der Islam nur als Heidentum, also als eine eigene, dem
Christentum gegenüberstehende Religion erkannt wird. Mit dieser Einstellung
will Thomas bei den Muslimen den Ausdruck bringen, dass die von ihnen vertretenen
Glaubensüberzeugungen für ihn weder aus der biblischen Tradition
ableitbar noch irgendwie in innerer Affinität zu ihr stehen.
Ein Schriftwechsel Thomas von Aquin in der Rechtfertigung Jesus Gottheit
...die Sarazenen spotten nämlich darüber, wie du sagst, dass wir Christus als Sohn Gottes bezeichnen, wo doch Gott keine Frau habe; und sie betrachten uns als verrückt, weil wir uns zu drei Personen in Gott bekennen; denn sie glauben, dass wir uns dadurch zu drei Göttern bekennen.
...der Kreuzestod Jesu und seine Deutung liegt im Heil und der Erlösung durch das Kreuz. ...weiter spotten die Muslime darüber, dass wir behaupten, Christus, der Sohn Gottes, sei zur Erlösung des Menschengeschlechts gekreuzigt worden, weil, wenn Gott allmächtig sei, er das Menschengeschlecht ohne das Leiden seines Sohnes hätte erlösen können; Er hätte den Menschen auch gleich so erschaffen können, dass er nicht sündigen könne.
Erklärungen ...ein weiteres Problem in der Kontroverse mit Muslimen, ist die Frage nach der Willensfreiheit des Menschen beziehungsweise seine Vorherbestimmung durch Gott....du berichtest ferner, dass bezüglich des Lohnes, der vom freien Willen abhängt, die Sarazenen wie auch andere Völker den menschlichen Handlungen wegen des göttlichen Vorherwissen und der göttlichen Ordnung Zwang auferlegen, indem sie behaupten, der Mensch könne nicht sterben und auch nicht sündigen, wenn nicht Gott es für den Menschen gleichsam angeordnet habe: jede Person habe ihr Schicksal auf die Stirn geschrieben.
...„falsch ist nämlich zu sagen, dass die menschlichen Handlungen und Entscheidungen nicht dem göttlichen Vorherwissen und der göttlichen Ordnung unterliegen; nicht weniger falsch ist es aber auch zu sagen, dass aus dem göttlichen Vorherwissen und der göttlichen Ordnung den menschlichen Handlungen Zwang aufgenötigt wird“.
Thomas schlägt dem Cantor Antiochenus folgende Problemlösung vor: Martin Luthers Islamverständnis Während sich zur Zeit der Reformation die Christen in Europa stritten und gegenseitig befehdeten, gelang es den osmanischen Sultan weitere Teile Europas aus der Knechtschaft der erbarmungslosen Königreiche zu befreien. Belgrad fiel 1521, Rhodos 1523, 1526 wurde Ungarn geschlagen, 1529 Belagerung vor Wien, Budapest wurde 1541 eingenommen. Die Osmanen wurden Seemacht und nahmen Zypern ein. Aus dem Hintergrund dieser politischen und militärischen Situation ist die Position Martin Luther zum Islam zu sehen. Er verfasste 1529 eine Schrift „Vom kriege widder die Türken“ und zugleich jene Angst ausgesprochen, die Europa allenthalben erfasst hatte. „Die Angst vor der sog. Türkengefahr“. Durch die politischen Umstände seiner Zeit sah sich Martin Luther genötigt, in mehreren sog. Türkenschriften gegen die politische und militärische Macht des Islams Stellung zu nehmen. Diese Schriften dienten der Bevölkerung als Aufklärung über den Islam. Auszug aus „Die Türkengefahr als Strafe Gottes"
Der Türke ist Gottes rute und des Teufels diener, das hat keinen Zweifel.
Auf Luthers Einschätzung der Türkengefahr als
Strafgericht Gottes resultiert seine Mahnung zum Gebet und zur Buße.
Gegen einen neuerlichen Kreuzzug wandte sich Luther mit dem Hinweis: Krieg
im Namen Christi, Krieg im Zeichen des Kreuzes ist nicht mit dem Friedensindikativ
in Math. 5, 38ff. vereinbar. Luther stellte sich nicht grundsätzlich
gegen Krieg, nannte aber dafür zwei unverzichtbare Bedingungen davon
abhängig.
1. Ein solcher Krieg ist im Namen des Kaisers, unter seiner Oberhoheit und seinem Kommando zu führen.
Systematisch hat sich Luther nicht mit dem Islam als religiösen Faktor befasst. Auf der Grundlage biblisch-apokalyptischer Weissagungen hat Luther versucht, den Islam theologisch als endzeitliche Macht zu deuten. Neu war dieser Versuch in seinem Kern nicht. Hatten doch schon im 9. Jahrhundert Eulogius, Titularbischof von Toledo, Paul Avarus aus Cordoba die Herrschaft des Islam als Vorbereitung auf das Kommen des Antichristen verstanden. Aber für Luther stand fest, der endzeitliche Antichrist bereits in Rom und werde einmal den päpstlichen Thron besteigen. Beeinflusst für diese These fand Luther bei den Franziskanermönch Johannes Hilten, jener hatte ihm erzählt, das schon vor Jahren in Daniels dunklen Prophezeiungen die Türkennot habe voraussagend gefunden. In den apokalyptischen Versionen des Buches Daniel vermeinte Luther die Widersacher des christlichen Glaubens wiedererkennen zu können: „Denn die Schrift weissagt uns von zwei grausamen Tyrannen, welche sollen für den jüngsten Tag die Christenheit verwüsten und zerstören. Einer der beiden sei Geistlich mit listen oder mit falschen Gottesdienst und lehre wider den rechten Glauben. Der andere strebe nach weltlichem Ruhm. Damit meint Luther die Türken Stellvertretend für den Islam und den Papst in Rom. Luther hielt zwar Muhammed nicht für den Antichrist, der saß
nach seiner Meinung in Rom, gleichwohl sah er in ihm und seiner Religion
eine entscheidende Macht der Endzeit. Und so zweifelte er nicht daran,
dass diese Endzeit nunmehr angebrochen sei. Da aber letztlich der christliche
Glaube obsiegen werde, sei mit dem Ende der politisch-religiösen Macht
des Islam zu rechnen.
Auszug aus der Polemik Luther gegen Muhammed Wie der Papst der Antichrist ist, so ist der Türke der leibhaftige Teufel. Der Teufel sei ein Lügner und Mörder. Mit der Lüge tötet er die Seelen, mit dem Mord den Leib. Also da der „Mahometh“ durch den Lügengeist besessen und der Teufel durch seinen „Alkoran“ die Seelen ermordet, den Christenglauben zerstört hatte, und mit dem Schwert die Liebe zu morden angreift. Und also ist der „türkische Glaube“ nicht mit predigen und wunderwerk, sondern mit dem Schwert und Morden so weit gekommen... Luthers Anschauung Polemik über den Islam
2. Die Ausbreitung des Islam ist das Ergebnis kriegerischer Aktionen. (Diese These haben die christlichen antiislamischen Polemiker immer und immer wieder vertreten, Luther macht da keine Ausnahme): „ Es wird in ihrem Gesetz geboten als ein göttliches Werk, das sie Rauben, Morden und Verderben bringen.“ Als satanische Macht zerstört der Islam nicht nur den christlichen Glauben, sondern auch das ganz weltliche Regiment. 3. Des weiteren kritisiert Luther die islamische Ehevorschriften: „Das
dritte Stücke ist, das des Mahomeths Alkoran den Ehestand nichts achten.
(Mehrehe) Eine solche Ehemoral verkennt das Wesen der Ehe, wenn jedermann
die Möglichkeit hat Weiber zunehmen wie er will.
Luther fast den Unterschied zwischen dem Islam und den Christentum zusammen.
Das Glaubensbekenntnis an Christi ist der Zentrale Glauben:
„Und an Jhesum Christ seinen einigen Son unseren Herrn, der empfangen ist vom heiligen geist, geborn von der jungfrau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, gecreutzigt, gestorben und begraben, Nidder gefaren zu hölle, am dritten tag auferstanden von den todten, aufgefaren gen himmel, sitzend zur rechten Gottes des allmächtigen Vaters.“ Hier nun kommt das unterscheidend Christliche zum Tragen: Denn nach diesem heißen wir „Christen“ und sind auch auf den selbigen durchs Evangelium berufen, getauft. Denn die Juden haben das nicht, die Türken und die Sarazener auch nicht.
In der Fastnacht 1542 hatte Luther erstmals den Koran in lateinischer
Übersetzung gelesen. Wahrscheinlich veranlasste die ihm die Einnahme
Budapest durch die Türken nun endlich selber einmal den Koran zulesen.
Nach dem lesen des „Alkoran“ hatte sich Luthers Polemik gegen den Islam
verhärtet. Um den Islam mit ihren eigenen Waffen zu schlagen, setzte
sich Luther dafür ein, das der Alkoran nun auch ins Deutsche übersetzt
wird. Damit sollte jedem die Gelegenheit gegeben werden die Falschheit
des "Mahomeths" selber zu erkennen.
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