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Anfang der richtigen Islamforschung


Anbruch einer historischen und kritischen Untersuchung der islamischen Lehre

Der Österreicher Orientalist Alfred von Kremer (1828-1889) begründete mit Werken wie „Geschichte der herrschenden Ideen des Islam“ (1868) und „Culturgeschichten des Orients unter den Chalifen“ (1875) die kulturhistorische Betrachtung des Islam. Der Deutsche Orientalist Theodor Nöldeke (1836-1930) spezialisiert auf semitische Sprachen und Koranforschung, erarbeitete ein Sichtung des Korans „Geschichte des Qorans“ (1860), was lange Zeit für sämtliche Islamforscher benutzt wurde. Der Ungar Ignaz Goldzieher (1850-1921) untersuchte vor allem die Entwicklung der Lehren des Islams und den Einfluss innerislamischer Auseinandersetzungen auf die Entstehung der Hadith-Literatur. Zu seinen Hauptwerken zählen „Die Zahiriten, Muhammedansiche Studien, Vorlesungen über den Islam, Die Richtung der Islamischen Koranauslegung“; diese werden heute noch von vielen Professoren als Standwerke benutzt, obwohl von neueren Orientalisten wie Josef van Ess in vielen Dingen widersprochen wird. 

Der preußische Kulturminister und zugleich Orientalist C.H. Becker setzte sich auf politischer Ebene dafür ein den islamischen Orient nicht aus dem Geschichtsbild auszuschließen sondern vielmehr als Mittlerfunktion des Islams zwischen Europa und Asien aufzunehmen. Er gründet die Zeitschrift „der Islam“ die halbjährlich Erschien und interessante Forschungsberichte über den Stand der Islamwissenschaft informierte. (Diese Zeitschrift wird bis auf eine kurze Unterbrechung während des 2. Weltkrieges auch heute noch herausgegeben.) Der Niederländer C. Snouck Hurgronje (1857-1936) gewährte erstmals durch seine Schriften Einblicke in Geschichte und Gesellschaft von Islamischen Ländern besonders von Indonesien. Daneben sind noch weitere Orientalisten wie der Deutsche Julius Wellhausen, der Italiener L. Caetani, der Schotte Duncan Black Macdonald, der Franzose Louis Massignon, der Deutsche Heinrich Speyer, die Französin Denisse Masson, Alios Sprenger, Tor Andre, Carl Brockelmann, G. Bergsträsser, Hans Bauer, Johann Fück, Erwin Gräf, Max Horten, Franz Buhl, Josef Horovitz.

Das Bild über den Islam, welches die Orientalisten von sich gaben, entwickelte sich zur echten Aufklären und zum Abbau von Missverständnissen gegenüber dem Islam. Jedoch eins zeichnete sie wohl alle aus, „ihre persönliche Meinung mit einfliesen zulassen über den Islam“, was im Entdefekt dazuführte im Islam weiterhin eine falsche Religion zu sehen. Mag der Umstand dazu beigetragen haben, dass die ersten Forscher fast ausschließlich jüdischen Glaubens waren? So ergab es sich, dass man trotz dem Respektes, den man nun dem Islam zollte, immer der Unterton als „keine echte Offenbarung“ mitschwankte. So bahnbrechend ihre Leistungen auch waren, immer wieder wurden bei unerklärlichen Dingen, der Standpunkt des christlichen Glauben herangezogen, was zu einer negativen Äußerung des Islam führte. 

Neuere Forscher (nach dem 2. Weltkrieg) widerlegen viele Thesen der ersteren Generation. Zu ihnen zählen Richard Bell, Regis Blachère, Max Henning, Annemarie Schimmel, Rudi Paret, Josef van Ess, Tilman Nagel, Otto Spies, Ulrich Haarmann, Peter Antes, Susanne Diwald, Heinz Grotzfeld, Helmut Gätje, Richard Gramlich, Alma Giese, Ludwig Hagemann, Angelika Hartmann, Gotthard Jäschke, N. Jorga, Bernhard Lewis, Gustav E. von Grunebaum, Adel Theodor Khory, Peter Heine, Munir D. Ahmed, Wilfred Madelung, Gerd-Rüdiger Puin, Helmut Ritter, Fuat Sezgin, Udo Steinbach, W. Montgomery Watt, Hamilton Gibb, Berthold Spuler, Hartmut Bobzin, 

Die Anerkennung, das der Islam eine Offenbarungsreligion ist, wird zwar nicht bejaht, doch gehen die Aussagen dahin, statt seine christliche Meinung mit einlaufen zu lassen, man nur Verwunderung über das Zustandekommen des Kurans bzw. die rasante Ausbreitung des Islam, wiederzugeben. 

Von kirchlicher Seite her, spielte die katholische Kirche eine Vorrollerseite um gegenseitiges Verständnis. In einer Erklärung des II Vatikanischen Konzil kam man zu dem Entschluss: „Der Heilswille Gottes umfasst auch die, welche den Schöpfer anerkennen, unter ihnen besonders die Muslime, die sich zum Glauben Abrahams bekennen und mit uns den einen Gott anbeten.“ So wurde auf der katholischen Synode festgehalten: ...da es im Laufe der Jahrhundert zu manchen Zwistigkeiten und Feindschaften zwischen Christen und Muslimen kam, ermahnen wir alle, das Vergangene beiseite zu lassen, sich aufrichtig um gegenseitiges Verstehen zu bemühen und gemeinsam einzutreten für Schutz und Förderung der sozialen Gerechtigkeit, der sittlichen Güter und nicht zuletzt des Friedens und der Freiheit für die Menschen.

Von evangelische Seite her ließ man die Aussöhnung mit dem Islam etwas langsamer angehen. Zwar versucht man über Dialoge miteinander ins Gespräch zu kommen, doch dienten anfänglich die Dialoge nur dem Zweck der inneren Missionierung. Dennoch muss man sagen, das sich auch die Beziehung der Protestanten zu den Muslimen grundlegend geändert haben. 

1967 Legte der Weltrat der Ökumene die Rahamenbedingungen. 1982 gelang es schließlich in Colombo/Sri Lanka das erste offizielle Gespräch des Ökumenischen Weltrates der Kirchen mit dem Islamischen Weltkongress.

In Deutschland gibt es fast in jeder Stadt eine christlich-islamische Gemeinschaft, mit dem Ziel der besseren Verständigung der beiden Religionen. Nun zeichnet sich aber eine neue Wende in der Dialogbereitschaft. Während auf der christlichen Seite das Interesse am Islam durch alle Bevölkerungsschichten geht und auch rege Teilgenommen wird. Sind auf der muslimischen Seite ein paar Vertreter, die die Moscheen vertreten. Aber eine rege Beteiligung von muslimischer Seite ist nicht zu erkennen. Das mag wohl daran liegen, dass sie von ihrer Religion überzeugt sind und sich nur ein besseres Zusammenleben mit Nichtmuslimen wünschen. Ein Interesse am Christentum, auch über ihre Glaubensinhalte etwas zu lernen, besteht nicht. So werden mittlerweile Bundesweit „Tag der Offenen Moscheen“ (meist 3. Okt.) angeboten, an Kirchlichen Veranstaltungen sucht man jedoch vergeblich nach muslimischen Besucher. 

Wenn der Trennt so weitergeht, werden zwar viele Christen ein objektiveres Bild des Islams erfahren und ihre unbegründeten Ängste abbauen können, aber weiterhin werden die Muslime nur das Christverständnis aus der Lehre des Kurans und ihre Prediger kennen, aber nicht aus der Sichtweise des gelebten christlichen Anhängers.

>Quelle< 
Khalid Österreich 
       ist  Muslim und befasst sich seit 1969 mit deutschsprachigen Büchern über den Islam. Sein Augemerk liegt bei den Orientalisten und ihre
       Fachwerke. Sein Bücherstudium geht auf die ersten Anfänge der Islamforschung in Deutschland zurück. Er Schichtete die Abhandlungen von Ignaz
       Goldzieher (den eigentlichen Begründer der Islamwissenschaft in Europa) genauso wie die von Rudi Paret oder Josef van Ess, bis zu den neueren
       Orientalisten. Khalid besucht regelmässig Fachkongresse in Europa, die sich mit dem Schwerpunkt "islamische Entstehungzeit Europa" befassen.

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